Die Frage kommt immer wieder auf:
„Warum Functional Training? Ich gehe doch drei Mal pro Woche laufen oder ins Fitnessstudio und mache meine Geräte.“

Grundsätzlich gilt natürlich:
Bewegung ist immer besser als gar keine Bewegung.

Die entscheidende Frage lautet jedoch:
Ist es wirklich effektiv und effizient, ausschließlich Ausdauertraining oder klassisches Gerätetraining zu machen?

Aus funktioneller Sicht lautet die Antwort: nur bedingt.

Beispiel 1: Nur Laufen

Wer drei Mal pro Woche laufen geht, tut definitiv etwas für seine Gesundheit. Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt und die Grundlagenausdauer verbessert sich.

Doch hier gibt es einige Einschränkungen:

  • Muskelaufbau findet kaum statt.
  • Dem natürlichen Muskelabbau ab etwa dem 30.–35. Lebensjahr wird nur gering entgegengewirkt.
  • Der Körper gewöhnt sich relativ schnell an gleichbleibende Belastungen. Ohne neue Trainingsreize stagniert der Fortschritt häufig bereits nach wenigen Wochen.
  • Zusätzlich entsteht oft eine einseitige Belastung bestimmter Muskelgruppen und Gelenke.

Laufen ist daher sinnvoll – sollte aber idealerweise nur ein Bestandteil eines ganzheitlichen Trainingskonzepts sein.

Beispiel 2: Klassisches Gerätetraining

Auch regelmäßiges Training im Fitnessstudio – beispielsweise im Milon-Zirkel oder an klassischen Geräten – hat Vorteile. Vor allem Muskelaufbau und Kraftentwicklung können dadurch verbessert werden.

Allerdings trainiert Gerätetraining meist isolierte Muskelgruppen. Ursprünglich stammt diese Trainingsform aus der Physiotherapie, um gezielt einzelne Muskeln anzusteuern.

Dabei werden hauptsächlich:

  • Agonisten (Spieler)
  • Antagonisten (Gegenspieler)

beansprucht.

Doch was ist mit:

  • Stabilisatoren?
  • tieferliegender Muskulatur?
  • koordinativen Fähigkeiten?
  • dem Zusammenspiel mehrerer Muskelgruppen?

Genau hier setzt Functional Training an.

Was macht Functional Training so effektiv?

Functional Training trainiert den Körper als Einheit – nicht einzelne Muskeln isoliert.

Ziel ist es, Bewegungen zu verbessern, die wir im Alltag, im Beruf oder im Sport tatsächlich benötigen:

  • Heben
  • Tragen
  • Rotieren
  • Springen
  • Stabilisieren
  • Beschleunigen
  • Abfangen von Bewegungen

Dabei werden gleichzeitig mehrere Muskelgruppen sowie das Nervensystem aktiviert.

Ein effektives Training sollte daher folgende Bereiche kombinieren:

  • Ausdauer
  • Kraft
  • Kraftausdauer
  • Mobilität
  • Stabilität
  • Koordination
  • Schnellkraft

Denn der menschliche Körper funktioniert nicht isoliert, sondern immer im Zusammenspiel.

Die Folgen von einseitigem Training

Wer dauerhaft nur eine Trainingsform nutzt, riskiert langfristig:

  • muskuläre Dysbalancen
  • Fehlhaltungen
  • Bewegungseinschränkungen
  • mangelnde Stabilität
  • höhere Verletzungsanfälligkeit
  • Leistungsstagnation

Functional Training hilft dabei, genau diesen Problemen vorzubeugen und den Körper ganzheitlich leistungsfähig zu machen.

Fazit

Functional Training bedeutet nicht, dass Laufen oder Gerätetraining schlecht sind. Im Gegenteil – beide Trainingsformen können sinnvoll sein.

Entscheidend ist jedoch die Kombination.

Wer langfristig gesund, leistungsfähig, beweglich und belastbar bleiben möchte, sollte seinen Körper ganzheitlich trainieren – nicht nur einzelne Fähigkeiten oder Muskelgruppen.

Denn Fitness bedeutet nicht nur stark oder ausdauernd zu sein.
Fitness bedeutet, den eigenen Körper im Alltag und im Leben effizient und gesund nutzen zu können.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert